Anbaumethodik:

Sida als mehrjährige Kultur wird außerhalb eine Fruchtfolge angebaut. Die Pflanzen sind für den Anbau auf unbedeutenden Standorten, wie erodierten, kontaminierten, degradierten und andersweitig durch den Menschen beschädigte Böden geeignet. Ansprüche an die Vorfrucht hat die Sida nicht. Vorteilhaft ist natürlich der vorherige Anbau von Stickstoffsammlern und/oder evtl. unkrautunterdrückenden Vorkulturen (z. B. Buchweizen). Es sollte jedoch auf ausreichende organische Düngung geachtet werden. Der Standort sollte sonnig und gegen starke Winde geschützt sein. Sida wächst auf fast jedem Boden, aber je fruchtbarer der Boden ist, desto höher sind auch die Erträge. Ungünstig sind staunasse oder extrem saure Böden (pH unter 5,5) oder einem hohen Steinanteil. Aufgrund des langsamen Jugendwachstums und der starken Unkrautkonkurrenz auf Äckern empfiehlt sich die Pflanzung von vorgezogenen Jungpflanzen. Außerdem keimen die Samen sehr unregelmäßig und haben zudem noch ein schlechte Keimquote. Deshalb sollte einer Pflanzung der Vorzug gegeben werden. Für die Pflanzung sind Jungpflanzen in Topfballen-Platten anzuziehen, vorzugsweise mit spitzkegeligen Wurzelballen (z.B. Vefi-Zapfencontainer-Platten 4 x 4 x 6 cm à 96 Mulden pro Platte à 60 x 40 cm) oder in Pressblöcken mit 4 x 4 cm. Spitzkegelige Wurzelballen lassen sich beim (halb-)maschinellen Pflanzen leichter aus der Palette lösen und auch besser absetzen als quaderförmige Wurzelballen. Preis pro Jungpflanze ab ca. 30 Cent ab 1 ha Anbaufläche (= 20 000 Pflanzen). Zum Anbau der Sida als Futterpflanze (bei zwei Schnitten während der Vegetationsperiode) sollten die Abstände deutlich geringer gehalten werden (30 000 bis 40 000 Pflanzen /ha).

Vorbereitung des Pflanzbetts:

Die optimale Bodenvorbereitung ist erstens ein mitteltiefes bis tiefes Pflügen im Herbst und zweites Grubbern und Eggen für ein krümeliges Saatbett. Vor dem Aussäen oder Pflanzen sollte das aufgekeimte Unkraut mit einem Totalherbizid (Roundup) beseitigt werden. Im Zeitraum von 3-4 Wochen vor dem Aussäen wird empfohlen, den Boden mit einer Fräse oder einem Grubber aufzulockern. Kurz vor dem Säen wird gewalzt. Bei der Pflanzung sollte man darauf achten, dass das Pflanzbett auch ausreichend feucht ist, damit die Wurzeln ohne Unterbrechung aus dem Ballen heraus wachsen können. Eine Düngung ist im ersten Jahr nicht unbedingt erforderlich. Wenn der Boden zu trocken ist, oder eine längere Trockenperiode auftritt, muss direkt nach der Auspflanzung gewässert werden.

Pflanzzeit:

Mitte April bis spätestens Anfang Juni. Besser früh, damit die Winterfeuchte des Bodens noch zum Anwachsen genutzt werden kann (vor einer eventuellen Frühsommertrockenheit). Herbstpflanzung ist auch möglich. Reihenabstand 75 cm, Einzelpflanzenabstand 65 cm. Dies ergibt eine Pflanzenanzahl von 20.000 pro Hektar (bei Holz-, größere Anzahl bei Futter- oder Biogasnutzung!).

Unkrautbekämpfung:

Für die Anwendung der Unkrautbekämpfungsmittel Stomp Aqua und Boxer (als Keimungshemmer gegen neu auflaufende Unkräuter) ist eine gebührenpflichtige Ausnahme-Genehmigung nach § 22 Abs. 2 PflSchG erforderlich (für jedes einzelne Herbizid eine eigene !); sie ist frühzeitig zu beantragen!

Qr Code