Desweiteren:

Bei beginnendem Unkraut-Aufkommen mit der Maschinenhacke mind. 2 x zwischen den Reihen hacken, jedoch erst, wenn die Sida-Jungpflanzen genügend einge-wurzelt sind. Zwischen den Pflanzen Bearbeitung mit der Handhacke. Wenn der Anpflan-zung zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, kann es zu starker  Verunkrautung kommen, die die Erträge im folgenden Jahr reduzieren. Daher: mehrfache Unkrautkontrolle ! Während der Anwachsphase im 1. Jahr ist der Boden
noch erosionsgefährdet.

Wir testen gerade einen herbizidfreien Anbau der Sida durch Vorsaat mit einer sehr niedrigbleibenden Weißkleesorte, die schon im März nach der Bodenvorbereitung für den Sidaanbau gesät wird. Wenn der Klee dann etwa 6-8 Wochen später die Bodendecke geschlossen hat, werden die Sida-Jungpflanzen in den Klee gepflanzt und entgehen so weitestgehend dem Unkrautdruck. Außerdem bringt der Klee Stickstoff in den Boden und unterstützt so das  Jugendwachstum der Sida. Auch als Bienenfrühtracht eignet sich der Klee hervorragend.

In den folgenden Jahren ist eine Unkrautbekämpfung wegen des üppigen Wachstums nicht mehr nötig. Im Pflanzjahr wird der Aufwuchs nicht genutzt, da dieser nur etwa 1 m hoch wird und die Pflanze vorwiegend den Wurzelstock ausbildet.

Düngung bzw. Nährstoffentzüge (abhängig von den Bodenwerten):

  • im ersten Jahr: ca. 50 kg N/ha, 60 kg K/ha, 30 kg P/ha
  • ab dem zweiten Jahr: ca. 120 – 150 kg N/ha, 120 kg K/ha, 60 kg P/ha
  • Sida reagiert auf Schwefelmangel mit Vergilbung der Blätter.

Mit einer Gärrestmenge von 15-30 m3/ha pro Jahr - gegeben Ende März - werden die Nährstoff-Bedürfnisse von Sida ausreichend erfüllt (Vorzugsweise mit Schleppschlauch-, Schlitzschuhverteiler oder Injektor zwischen den Reihen). Da keine Bodenbearbeitung mehr erfolgt und die lebenden Wurzeln das Bodengefüge stabilisieren, ist das Befahren des Ackers zu dieser Zeit problemlos möglich. Sida wurzelt bis 3 m Tiefe und kann somit diese Nährstoffgaben vollständig aufnehmen. Hauptzuwachs- und Nährstoffaufnahmephase: Mai bis Ende Juli.

Ernte:

Die erste richtige Ernte findet erstmals im zweiten Standjahr statt, unabhängig davon, zu welchem Zweck die Sida angebaut wird.

  1. Als Holzersatz: Die Ernte erfolgt mit herkömmlichem Feldhäcksler bei TS-Gehalten von 12-23 % von Dezember bis März, am besten bei trockenem Wetter. Die Erträge ab dem 2. Jahr liegen je nach Bodenqualität, Wasserversorgung und Düngung zwischen 12-20 t/ha Trockenmasse. Manche Quellen sprechen auch von bis zu 40 t/ha. Der Heizwert von Sida liegt bei ca. 18,7 MJ/kg und damit auf dem Niveau von Kiefer und Fichte. Das spezifische Gewicht der Sida beträgt ca. 110 bis 130 kg/m³

     

    Unsere ersten Sidabriketts finden sie hier: Sidabrikett

     

  2. Als Futterpflanze: Der erste Schnitt findet in der Phase der Knospenbildung, der zweite im September statt. Hektarerträge von von 30-50 t sind möglich. Sida wird grün bei einem TM-Gehalt von 18-22% geerntet. Unter optimalen Bodenbedingungen und Düngerversorgung können Erträge bis 120 t pro Jahr erreicht werden, bei zweimaligem Schnitt! Die Sida enthält eine sehr große Menge Eiweiß (30%) ähnlich der Luzerne. Sida ist auch gut silierbar, eine gemeinsame Silierung mit Gras ist empfehlenswert, da Gras den Futterwert, die Biogasausbeute und die Eigenschaften der Sidasilage verbessert. Auch schadet ein Überfahren des Wurzel-stocks bei der Ernte und Düngung nicht
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