Verwendung:

  1. Die Becherpflanze eignet sich hervorragend als Co-Substrat in der Biogasanlage (zusammen mit Gülle) zur Produktion von Biogas (Methan und Kohlendioxid). Der Methan- gehalt des Biogases schwankt um 55 %. Die Ausbeute im Labor ergab Werte von 310 l Methan pro kg oTS (organische Trockensubstanz). Sie ist damit um ca. 10 % geringer als für Silomais angegeben (aber: große Spannweite). Pro Hektar Becherpflanzenanbaufläche lassen sich bei einem Ertrag von 150 dt Trockenmasse (eher mittleres Ertragsniveau) insgesamt etwa 4650 m 3 Methan produzieren. In 2013 werden an der Universität Bayreuth die ersten größeren Felder (bis zu 1 ha) beerntet und der Ertrag ermittelt. Derzeit wird durch das Amt für Landwirtschaft Bayreuth eine Deckungsbeitrags-Berechnung für die Biogasnutzung durchkalkuliert. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Becherpflanze gleiche bis leicht erhöhte Deckungsbeiträge im Vergleich zum Silomais erbringt.
  2. Verwendung als Häckselgut für die Silage. In der Erprobung ist die Verfütterung der gehäckselten Pflanze an Rinder. Analyseergebnisse siehe Beiblatt.
  3. Die Becherpflanze kann für die Verfütterung an Rinder (und andere Wiederkäuer) 2 x jährlich geschnitten werden (1. Schnitt Anfang Juni, 2. Schnitt Anfang September). Zwischen den Schnitten ist düngen möglich. Bei einem alleinigen Schnitt im September sind die Stengel und die unteren Blätter bereits zu hart für die Verfütterung und werden vom Vieh nur ungern oder gar nicht aufgenommen. Der hohe Wassergehalt der Pflanzen im Juni bereitet keine Probleme, wenn die Pflanze angewelkt siliert wird. Im mediterranen Klima von Chile werden Rinder während des trockenen Sommers in Becherpflanzen- bestände getrieben. Hier fressen sie die Blätter und lassen die harten Stengel stehen. Die Pflanze enthält keine für das Vieh giftigen Substanzen. In der ehemaligen DDR wurden Stallkaninchen mit Becherpflanzen gefüttert.
  4. Derzeit laufen an der Universität Bayreuth Untersuchungen zum exakten Honigertrag von Becherpflanzenkulturen. Mit ersten Ergebnissen ist in Ende 2013 zu rechnen. Der Honig ist verhältnismäßig fruktosereich und kristallisiert daher kaum oder nur verzögert.
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